50 Jahre SC Fortuna Wellsee – ein Beitrag der Tennissparte

 

Das 50jährige Bestehen unseres Vereins ist eine angemessene Gelegenheit, innezuhalten und Vergangenes Revue passieren zu lassen, den Standort zu bestimmen und den Kurs abzustecken, das Erreichte zu würdigen und vorausschauend neue Ziele anzuvisieren.

An dieser Stelle wird über die Tennissparte berichtet. Also beginnen wir damit, wie vor 21 Jahren alles anfing...

 

„Ich habe den Auftrag, Interessierte für die Gründung einer Tennisabteilung zu ermitteln. Ich bin jedoch dagegen!“ Mit diesen Worten eröffnete der damalige Vereinssportwart Holger Dose die Besprechung am 28. April 1977 im Sportheim. Glücklicherweise ließen sich davon die engagierten Vereinsmitglieder nicht entmutigen und stimmten sogar einer Umlage von 100 DM für den Bau eines Tennisplatzes zu.

 

Nachdem die vom Verein zur Verfügung gestellte Fläche als Tennisplatz hergerichtet war, fand am 15. Juni 1977 unter besonderer Mitwirkung von Waltraud Krell, Max Lehnert (er wurde deshalb zum Ehrenmitglied der Tenissparte ernannt), Erhardt Zöllmer, Heinz Warmbold und Dr. Klaus Peter Mau die Gründerversammlung statt. Von den Gründungsmitgliedern gehören heute der Tennissparte noch an:

 

Alfred Bruhn, Adolf Dieckmann, Sabine Dieckmann, Ingried Hoeft, Ernst Krell, Waltraud Krell, Hans-Jürgen Jochens, Jürgen Peper, Evelin Mau, Dr. Klaus Peter Mau, Peter Petersen, Erika Stender, Uwe Stender, Barbara Volkmann, Gabi Warmbold, Christa Zöllmer, Erhard Zöllmer

 

Am 17. Juni 1977 wurde der Spielbetrieb auf dem mit Bitumen geebneten Platz aufgenommen. Schon ein Jahr später wurde nach 900 freiwilligen Arbeitsstunden (und ungezählten Schweiß- und Biertropfen) am 27. Mai 1978 der 2. Platz mit einem Spiel zwischen Zehnkampf-Olympiasieger Willi Holdorf und Max Lehnert eingeweiht.

 

1981 wurde Platz 1 überwiegend in Eigenleistung umgebaut und am 9. Mai 1981 wieder in Betrieb genommen. 1982 erneuerten die Spartenmitglieder den Unterstand.

 

Das bisher größte Projekt wurde dann 1983 mit der Bauplanung der Plätze 3, 4 und 5 in Angriff genommen. Diese Arbeiten mussten an eine Fachfirma vergeben werden. Bei der Finanzierung des Projektes von ca. 150.000 DM erhielt die Sparte ein Darlehen vom Gesamtverein in Höhe von 15.000 DM. Für diesen Darlehensvertrag haben die nachstehend aufgeführten Mitglieder gebürgt:

 

Dr. Klaus Peter Mau, Helge Eberhardt, Heinz Warmbold, Lothar Goette, Martin Mey, Peter Petersen, Jürgen Peper, Erhardt Zöllmer, Ralf Lorenzen, Klaus Bielenberg, Horst Schröder, Erika Stender, Karin Dohrmann, Heike Wöhlk

 

Das Eröffnungsspiel dieser Plätze im Mai 1984 fand unter großer Beteiligung der Mitglieder und Gäste durch die Familien Holdorf und Sauerbaum statt.

1987 wurde rechtzeitig zum 10jährigen Bestehen der Tennissparte der Innenausbau des Tennishäuschens abgeschlossen, nachdem das Haus selbst schon ein Jahr zuvor in Eigenarbeit erstellt worden war. Seitdem hat es uns und unseren Gästen Schutz vor Regen und Kälte geboten und war Stätte manch vergnüglicher Feier.

Mannschaften

Der Punktspielbetrieb bei den Herren begann in der Wintersaison 1979/80. Im Sommer 1980 spielten wir noch auf fremden Plätzen, erst im Jahr darauf standen uns zwei vom Belag her gleiche Plätze zur Verfügung.

Bis 1988/89 waren alle Mannschaften ausschließlich auf Kreisebene vertreten, bis die Damen zunächst in die Bezirksklasse, 1992/93 in die Bezirksliga aufstiegen. Die nachstehende Aufstellung gibt einen Überblick unserer Mannschaften seit 1993:

1997 erlebten die Herren 55 mit Adolf Dieckmann, Hans-Jürgen Jochens, Ernst Krell, Dr Klaus Peter Mau, Martin Mey, Klaus Petersen, Peter Petersen, Harro Scharf, Heinz Vanini, Manfred Vogel und Erhardt Zöllmer eine sportliche Sternstunde. Nachdem sie im Sommer als Vizemeister in der Kreisliga den Aufstieg in die Bezirksklasse schafften, wurden sie im Winter ungeschlagen Meister in der Bezirksklasse. Mit dem Aufstieg in die Bezirksliga sind sie somit die am höchsten spielende Mannschaft bei den Herren.

Die erfolgreichste Mannschaft unserer Sparte stellen die Damen mit Erika Stender, Sabine Dieckmann, Renate Jordt, Brigitte Kammerhof, Inge Ralf, Rosemarie Tewes, Marita Muus, Christa Zöllmer und Gisela Stricker, die zwei Jahre lang in der Landesliga spielten.

Besonders erwähnenswert sind die Leistungen von Alfred Bruhn und Gisela Stricker, die beide noch als 66jährige mit ihren Mannschaften Punktspiele bestritten haben, wobei Gisela immer noch aktiv ist.

Jugendarbeit

1979 wurde mit dem Jugendtraining begonnen, das zunächst Hans-Jürgen Jochens, später Jürgen Peper leitete. Im Winter desselben Jahres begann der Punktspielbetrieb. 1994 schaffte erstmalig eine Jugendmannschaft der Tennissparte den Aufstieg in die Bezirksliga, die höchste Spielklasse Schleswig-Holsteins im Jugendbereich, die bis 1997 gehalten wurde. Nach freiwilligem Abstieg in die Bezirksklasse gelang der neu zusammengestellten Mannschaft der direkte Wiederaufstieg in die Bezirksliga. Die 2er Mädchen erreichten 1996 den zweiten Platz in der Bezirksliga.

Seit 1991 stellten unsere Jugendlichen bei den Kreismeisterschaften fünf Kreismeister. Mike Bolduan wurde im Sommer 1994, Nicolee Duggen im Sommer 1997 Vize-Bezirksmeister/in. Ihnen gelangen damit die bislang erfolgreichsten Platzierungen bei den Jugendlichen. In den Jahren davor waren die Jugendlichen, insbesondere Roul Warmbold, Alexander Krell, Martin Sobota, Stephan Stender (1987/88 3. Platz), Christian und Jan Mau, Henric Peper, Marc Adolf und Phillip Dieckmann, Ulrike Jürß und Meike Eberhardt ebenfalls erfolgreich, die Kreismeisterschaften wiesen damals aber größere Teilnehmerfelder und damit eine höhere Leistungsdichte auf.

Weitere Erfolge errangen unsere Jugendlichen, z. B. 1987, als Stephan Stender und Jan Mau beim Ostufer Turnier den 1. Platz im Doppel erreichten, 1996, als Rasmus Gersch Turniersieger in Mönkeberg, Nicole Duggen Dritte beim Tony-Uthoff-Turnier und beim Schleswig-Holstein Cup Sechste sowie die Jüngsten-Mannschaft Zweite beim Mehrkampf-Mannschaftsturnier in Laboe (1997 3. Platz) wurden. Erfolgreich spielen sie auch bei den Vereinsmeisterschaften bei den Erwachsenen mit.

Resümee

Die Mitglieder der Tennissparte haben in der ersten Dekade des Bestehens durch einen hohen Anteil an Eigenleistungen die baulichen Grundlagen für das heutige Erscheinungsbild der Tennisanlage gelegt. In der zweiten Dekade haben sich unsere Mannschaften sportlich etabliert. Nicht nur in der Punktspielrunde, sondern auch bei Einladungsturnieren und Freundschaftsspielen haben wir uns einen Namen durch Leistungen, Fair Play und Geselligkeit gemacht. So besteht mit dem Hamburger Verein TSV Sasel schon seit über 10 Jahren ein freundschaftliches Verhältnis, das durch jährliche Treffen gepflegt wird.

An dieser Stelle soll der Versuch einer Würdigung unternommen werden. Trotz dieser heiklen Absicht bin ich davon überzeugt, im Sinne der Mitglieder zu handeln, wenn ich ausdrücklich die engagierte Arbeit der jeweiligen Mitglieder im Beirat, im Festausschuss, in der Turnierleitung und der Mannschaftsführer hervorhebe, weil sie wesentlichen Anteil an dem Zusammenhalt unserer Sparte haben.

Sportlich betrachtet sind es die Erfolge der Damen 40 in der Landesliga, der Herren 55 und der Jugendmannschaften in der Bezirksliga, die besondere Beachtung verdienen. Diese Leistungen sind auch deshalb zu würdigen, weil wir uns dem Breitensport verschrieben haben. Dass die Erfolge ohne besondere finanzielle Förderung erreicht wurden, liegt im wesentlichen an der engagierten Arbeit unserer Jugendtrainer, der kontinuierlichen verantwortungsvollen Arbeit der Jugendwarte und dem Ehrgeiz unserer Spielerinnen und Spieler. Statt Mäzenatentum und Leistungsdruck erleben wir Tennis in der Gemeinschaft und bieten der Jugend, die sich mit ihrem kameradschaftlichen Verhalten vorbildlich darstellt, Tennis als Ausgleichssport.

Für die angebrochene dritte Dekade gilt es, Erreichtes zu bewahren.

Im Sommer 1997 verlegte eine Fachfirma auf allen Plätzen neue Linien, womit die Bespielbarkeit der Plätze weiter verbessert wurde. Im September wurde damit begonnen, die äußere Holzverschalung des Tennishäuschens zu erneuern. Nachdem der Unterstand 15 Jahre den Naturgewalten getrotzt hat, soll er 1998 einem Neubau weichen. Desweiteren ist vorgesehen, Arbeitsgruppen einzurichten, damit eine möglichst gleichmäßige und effiziente Verteilung der Arbeitseinsätze erreicht wird und um im Haushalt für alle möglichen Kostenstellen Rücklagen bilden zu können.

Derzeit ist im Deutschen Tennis Bund ein massiver Mitgliederrückgang zu verzeichnen. Dies hat uns bislang nicht betroffen. Diese Entwicklung stellt allerdings meines Erachtens weniger eine ernste Krise des Tennissports dar, sondern ist eine mit dem Rücktritt der deutschen Tennisstars einsetzende Bereinigung eines gewissen Modeüberhanges. Seit 1987 bewegt sich unser Mitgliederstand auf druchschnittlich 220. Das lässt den Schluss zu, dass das in der Sparte herrschende Klima den überwiegenden Zuspruch der Mitglieder findet und der jährliche Zu- und Abgang sich dadurch in einem ausgeglichenen Verhältnis befindet. Den Zustand einer harmonischen Gemeinschaft zu erhalten hat deshalb absolute Priorität. Dies zu erreichen sollte uns gelingen, wenn ein jeder sich nach seinen Möglichkeiten im Verein einbringt.

Aus Anlass des 50jährigen Bestehens unseres Vereines bedanken wir uns bei den noch aktiven Gründungsmitgliedern für ihre Entschlossenheit, eine Tennissparte aufzubauen, für ihr Engagement bei den Eigenleistungen und im Beirat sowie für die Bereitschaft, sich bei der Bildung des Startkapitals zu beteiligen und für Darlehensverträge zu bürgen. Ohne Sie ständen wir heute nicht hier.

Meinen Dank richte ich an Erhardt Zöllmer, Christian Mau, Jochen Schweder, Erika und Uwe Stender und Astrid und Günter Bolduan für ihre Unterstützung, diesen Beitrag zu erstellen.

Dem Gesamtverein erbieten wir ein

vivat, crescat et floriat

 

damit wir weiterhin die Möglichkeit haben, in der Gemeinschaft Sport zu erleben.

Ingo Berger

  • Spartenleiter -

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